Tabernak!
Wow, ok, ich erlebe hier so viel, das kann ich gar nicht alles schreiben. Aber heute Abend hab ich grad mal zufällig ein bisschen Zeit (weil mir abgesagt wurde) und ich werde mal schauen, wie weit ich komme.
Notre Dame inner Pfütze am Vieux Port.
Letzes Wochenende waren Thierrys Töchter da. Marguerite ist 10, Zoé 12 glaub ich. Und die sind suuuper süß! Sie hatten noch eine Freudin da, Charlotte. Und die haben mich ganz schüchtern gefragt, ob ich mit ihnen auf den Spielplatz geh und die waren total aus dem Häuschen als ich ja gesagt haben. Aber was total cool war, dass sie mir dann die Spielregeln von ‘un sur terre’, zu Deutsch ‘Mensch auf Erden’ erklärt haben. Und das coole daran ist, dass ich das früher (kann ich das sagen? als ich halt so alt war) auch immer gespielt hab!! Stundenlang. Und später hat Marguerite mir einen Witz erzählt (sie hat mir allgemein sehr viel erzählt, nur hab ich in den meisten Fällen nicht verstanden was und hab dann einfach aus ihrer Mimik die Reaktion abgelesen, die sie wohl von mir erwartet hat…). Und den Witz kannte ich auch schon, halt in Deutsch. Total lustig wie ununterschiedlich die Welt doch ist.
Die Spinnen, die Amerikaner! Ultra hässlich. Mir hat sich ein Ami so
vorgestellt:Hi, I'm Chuck, I'm an American and I'm in therapy for that. Ich
hab ihn gefragt, ob er Norris mit Nachnamen heißt. Nope.
Am Sonntag bin ich mit Michaela nach Quebec City gefahren. Per Allo Stop. Das ist eine Mitfahrzentrale und eine ziemlich coole Einrichtung. Mit dem Bus hätten wir hin und rück etwa 80 Dollar gezahlt, so haben wir 38 gezahlt. Und wir sind nicht schlecht gereist, so auf der Rückbank eines BMWs..
Das Wetter hatte uns irgendwie extrem lieb, es war warm und die Sonne hat geschienen und wir haben viel Zeit damit verbracht, in der Wiese rumzuflacken und nichts zu tun. Was extrem auffällig hier in Quebec ist, dass die Menschen wirklich extrem nett sind. Nicht nett im Sinne von ‘oh, heute bin ich einem netten Menschen begegnet, der hat mir die Tür aufgehalten’ oder so. Sondern die Zeigen wirklich totale Begeisterung für Europäer und Deutsche und andere Kulturen und ob wir dies oder jenes denn da drüben auch haben.
Wir waren auf der Suche nach unserer Jugendherberge und haben einen Mann gefragt, ob er uns sagen kann, wo wir hin müssen. Und er hat gemeint, dass er grad ein bisschen Zeit hat und uns hinbringt und ist mit uns den ganzen Weg dahin gelaufen. Es war nicht weit, aber doch immerhin 10 Minuten zu Fuß. Oder in einer Bar hab ich den Preis nicht verstanden (die Franzosen sagen ja nicht einfach 75, sondern 60 15). Und dann hat mir gleich die Frau neben mir den Preis auf englisch gesagt und der Barkeeper dann auch noch mal und der hat mir gleich mal die Hand hingestreckt, sich mit Namen (den ich schon wieder vergessen habe) vorgestellt und gefragt wo ich herkomme und welcome to Canada.
Die Rückfahrt im BMW war auch sehr interessant. Der Fahrer war BWL Student in Montréal, klar, was sonst. Er hat dann gemeint, dass wir uns ja ganz heimisch fühlen müssten und dass wir das bestimmt gewohnt sind, im BMW zu fahrern und war ziemlich errstaunt, als wir gesagt haben, dass nicht alle Deutschen BMW fahren.
Das nächste Klischee ist, dass die Deutschen extrem Gebildet sind. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob ich denn Goethe, Schiller, Kant oder Nietzsche kenne. Die scheinen hier ziemlich viel von denen zu lesen. Mit im Auto saß einer, der gefragt hat, ob ich denn ‘eze’ kenne. Er hat mir dann sein Buch in die Hand gedrück - und er meinte Hermann Hesse. Ich musste wohl zugeben dass ich wenn dann nur zwangsweise in der Schule was gelesen habe. Irgendwie fühlt man sich da immer ein bisschen ungebildet. Klar, Hitler kam auch schon auf, aber eigentlich nie als erste Reaktion. Oh, meistens kommt Oktoberfest
Chillen in Quebec City.
Meine Arbeit läuft ganz gut. Diese Woche haben wir ein Training, so begreife ich dann auch mal, was ich eigentlich die ganze Zeit übersetze. So langsam versteh ich mich auch ganz gut mit meinen Mitarbeitern. Etwa in meinem Alter sind noch drei andere Praktikanten - alle drei aus Frankreich. Das lustige ist, dass ich hier bin, um Französisch zu lernen, es aber zu leicht ist, mit Englisch durchzukommen. Die sind hier um Englisch zu lernen, was aber auch schwer ist, weil es zu einfach ist, mit Französisch durchzukommen
Die Stadt ist wirklich 2-sprachig. Obwohl der Teil von Montréal, in dem ich wohne, hauptsächlich französisch ist.
Deswegen heißt Herbst im Englischen 'fall'. Der hammer, die Bäume sind
knallbunt und überall sind Blätter!
Was hier fehlt sind Döner! Die gibt es hier nicht, was vll auch daran liegt, dass Türken keine Einwanderungserlaubnis haben, weil ihre Regierung Menschenrechte verletzt. Irgendwie konsequent.
Posted by: sonja | 13.10.2006 | 02:10
Posted in: QUEBEC