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Selber schuld (2)

6. Freischwimmer: Die Beschreibung von diesem Film auf der Webseite ist zwar nicht direkt falsch, umfasst aber keinesfalls, worum es ging. Hauptperson war ein Außenseiter mit Höhrgerät (Rico). Und es ging darum, wie die Machtverhältnisse kippen können. Und wie man sich darin irren kann, wer gut und wer böse ist. Es gab nur eine einzige wirklich gute Person, und die wurde brutalst umgebracht, aber auch nur weil sie zur falschen Zeit am flaschen Ort war, nicht weil es irgendwer wirklich auf sie abgesehen hatte. Ein sehrsehr guter Film mit einem extrem guten Hauptdarsteller.

Das interessante war, dass der Mann neben mir hinterher den Regisseur angefahren hat, was das für ein diskriminierender Film sei. Er sei HNO-Arzt und habe öfte mit Höhrgeschädigten zu tun und wisse, dass die sich dadurch angegriffen fühlten. Und dass die Aussage des Filmes sei, dass alle Höhrgeschädigte zu mörderischen Psychopaten werden. Schade eigentlich, denn darum ging es ganz und gar nicht. Nur wurde diese Frage ausgerechnet von jemandem gestellt, der doch studiert hat, als Arzt auch relativ erfolgreich studiert haben muss und irgendwie bin ich bisher davon ausgegangen, dass die dann auch auf einem gewissen Niveau denken und zwischen Film und Realität unterscheiden können. Der Mann hat gelesen, dass es um einen Höhrgeschädigten geht, dass er Außenseiter ist und ist dann davon ausgegangen, dass dies der unschuldige, gute Held der Geschichte sein muss. Ironischer Weise geht es in dem Film genau darum, dass er das nicht ist. Und ironischer Weise gibt es auch eine Figur, die ganz genauso denkt.

Interessant ist auch, dass in dem Film zwei Szenen mit einem Reh vorkommen. Vollkommen unabhängig von der Geschichte. Der Regisseur mochte nur einfach das Reh und wollte es unbedingt einbauen. Es gibt nämlich nur genau ein Flim-Reh in ganz Europa, es hat mehr gekostet als die Schauspieler. Falls also jemand viel Geld machen will: Rehe dressieren ist ein guter Ansatz.

7. Maui Boyz: Netter Film über Cowboys und Surfer auf Hawaii, die absolut glücklich sind und gut und keine Drogen nehmen. Die beste Aussage vom Surflehrer: Ich habe das Glück dass meine Kinder auch gerne surfen, deswegen kann ich viel Zeit mit ihnen verbringen. So kann ich auch ein guter Vater sein. Waren aber wirklich schöne Bilder von Hawaii – und nach dem anspruchsvollen Freischwimmer ein guter, seichter Ausgleich.

Posted by: sonja | 29.10.2007 | 00:10
Posted in: Allgemein

2 Kommentare »

  1. Da wurde mir nochmals so richtig die Nase lang gemacht, aber Danke für die Kurzbeschreibung der Filme. Zu “Dance for all” aus den Townships gibt es übrigens eine Parallele: “Rhytm is it”, in dem die Arbeit von Royston Maldoom, Tänzer und Choreograf, geschildert wird, der mit Laien, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, arbeitet. Konkret geht es um die gemeinsame Aufführung der Berliner Philharmoniker mit Berliner Jugendlichen, die eine Tanzaufführung zu Strawinsky eingeübt haben. Ich denke, solche Projekte verändern das Selbstbewusstsein und stärken den Selbstwert der Beteiligten und von uns allen vielleicht auch die Zugänge zu einem Stück Wirklichkeit.

    Kommentar von Bernhard — 29. Oktober 2007 @ 11:57
  2. Ja, den Film habe ich auch gesehen! Ist schon einer Weile her. Ich weiß noch dass ich ihn zwar gut fand, mich aber irgnedwas gestört hat. Die hatten irgendwie sehr einseitig die Meinungen gefragt, und sich nicht wirklich damit auseinander gesetzt, dass die Jugendlichen auch Probleme hatten und zwischendurch keine Lust mehr hatten oder so. Ich weiß es nicht mehr genau. Das das Projekt an sich war sehr genial!

    Kommentar von Sonja — 29. Oktober 2007 @ 13:37

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