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Ich bin ein politikinteressierter Wirtschaftsstudent. Jawohl.

Ich bin nicht mehr an der Uni, aber ich bekomme immernoch emails mit den ganzen Veranstaltungen von den Societies, in die ich mich eingeschrieben habe.  Heute war eine Veranstaltung zur Lage der Nation (in diesem Fall New South Wales – der “Bundesstaat” in dem ich wohne) in Sachen wirtschaftliche Krise und was die Regierung dagegen tun will. Heute hat der Oppositionsfuehrer (Liberal) gesprochen, naechste Woche kommt der Premier (labour).

Die Sache war gut organisiert. Erst war eine Einfuehrung von einem bestimmt sehr wichtigem amerikanischen Mann, den ich aber nicht kannte, der extra fuer die Sydney Uni Studenten eine Videokonferenz aufgenommen hat. Er hat erklaert, wie es genau zu dieser Krise ueberhaupt gekommen ist und was im Allgemeinen getan werden sollte, um dem entgegen zu wirken. Er hat sehr gut angefangen. Amerika leiht mehr Geld, als es zurueck zahlen kann, und anstatt es zu investieren, verbraucht es das einfach nur. Und dann wenn es zurueck zahlen muss, dann leiht es halt woanders. Und die Loesung ist, dass der Rest der Welt aufhoeren muss, Amerika Geld zu geben, damit die endlich anfangen, ihr Geld selbst zu produzieren. Und die Bushregierung stinkt. (Das hat er nicht gesagt, aber er hat wohl gemeint, dass sie einige Fehler gemacht hat und sich nicht haette einmischen sollen). Und Geld drucken ist ein grosser Fehler weil das nur zu Inflation fuehrt – wie man am Beispiel Simbabwe sehen kenn. Und jetzt kam sein Fehler: Ihr seid ja in Australien viel naeher an Simbabwe und wisst bestimmt mehr ueber die Auswirkungen des Gelddruckens, als wir hier in Amerika. Dieser kleine fauxpas war sehr erheiternd, aber zeigt doch, dass die Amis keine wirklich realistischen geographischen Kenntnisse haben. Australien hat sich dazu entscheiden, Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen. Mal sehen wie sich das auswirkt.

Dann kam der Oppositionsfuehrer (Barry – auch Politiker werden hier mit Vornamen angesprochen). Seine Loesung: Wettbewerbstauglich bleiben. In Infrastruktur investieren. Moeglichst wenig staatliche Regelungen. Unterstuetzung des privaten Sektors durch Steuerentlastung.
Man kann nicht gerade sagen, dass die Studenten hier besonders interessiert an der Veranstaltung waren, es war nciht besonders voll. Ich wuerde sagen, vll so 80 Studenten. Aber die wussten dann auch wovon sei reden, und haben Garry bei der Fragerunde ganz schoen in die Mangel genommen.
Hauptthemen waren die schlechten oeffentlichen Verkehrsmittel, das Gesundheitssystem und Finanzierung von dies und jenem.
Ich finds ziemlich interessant so langsam die Australischen Gesetze kennen zu lernen.

Ein Maedchen hat verlangt, dass das Abtreibungsgesetz gelockert wird. Hier kann bis zur 12. Woche ohne Probleme (solange man das Geld hat) abgetrieben werden. Ich weiss nicht was da noch gelockert werden soll. Aber in einer Debatte zu Beginn des Jahres habe ich erfahren, dass es in Australien gesetzlich geregelt ist, dass man erst ab 16 Sex haben darf, in manchen Teilen sogar erst ab 18.
Alkohol – uiuiui. Sehr streng geregelt hier. Der Verkauf an Minderjaehrige wird stark kontrolliert und hoch bestraft. Teilweise gehen die Regelungen schon ein bisschen ins Laecherliche (nach 12 Uhr muessen die Bars jede Stunde fuer 10 Minuten schliessen. Eine sehr nervige Regelung). Aber es gibt auch gute Sachen. Jeder, der Alkohol ausschenkt, muss kostenlos Wasser zur Verfuegung stellen. Das sollte es in Deutschland auch geben. Aber das hat alles mit Barry gar nichts zu tun.
Die internationalen Studenten bekommen keine Verguenstigungen in Sachen oeffentliche Verkehrsmittel. Mit Verguenstigung wuerde ich nur die Haelfte fuer die Bustickets zahlen. Aber die Begruendung der NSW Regierung ist: Wir zahlen ja auch keine Steuern. Dafuer aber doppelte Studiengebuehren. Barry hat irgendwas gelabert, aber als ich bei meinem Sitznachbarn nachgefragt habe, hat er mir bestaetigt, dass es nicht an meinem  Englisch lag, dass die Antwort keinen Sinn ergeben hat. Mal sehen was Nathan naechste Woche dazu sagt.
Hier noch ein Witz: Einem Mann soll ein neues Gehirn implantiert werden. Er hat die Wahl zwischen dem eines Architekten ($150) und dem eines Politikers ($10,000). Der Mann fragt: Wie kommt es, dass das Gehirn des Politikers so viel billiger ist? Der Arzt: Na, das wurde ja noch nicht benutzt.

Posted by: sonja | 07.04.2009 | 21:04
Posted in: Sydney

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